Mittwoch, 14. November 2012

1 Monat, und noch immer kein Land in Sicht

War ich jemals länger als ein paar Tage von Zuhause fort? Wohl eher selten.
Und dann war das hier erst der Anfang, es werden voraussichtlich noch einige Monate folgen.
Es war mein schwierigster Monat den ich erlebt habe und ich hab ihn überlebt.
Ich denke jetzt werden einfachere, schönere folgen.

Ja, neues kann ich hier nicht berichten, dann eben mal was anderes. Die Menschen hier sind wahre Persönlichkeiten, sie erinnern mich an Filmfiguren. Zum Beispiel ein Kollege, Gabelstaplerfahrer (...neid), der erinnert mich irgendwie an Sid von Ice Age. Nicht dass er so naiv wäre, aber sein Verhalten, Körperhaltung, wie er redet...und mein Boss. Der sieht aus wie ein Hobbit, ich muss aufpassen, dass ich ihn nicht Frodo nenne, er hat bestimmt auch behaarte Füße... oder der eine Franzose, Pierre hieß er glaub ich, er ist einem Elfen des Weihnachtsmann aus der australischen Werbung sehr ähnlich. Er muss da auch immer lachen.
So, jetzt kennt ihr mein Umfeld.

Heute waren auf Arbeit wieder nur Äpfel dran, wenigstens ein bisschen Abwechslung. Aber wie ich merke sind Äpfel auch belastender. meine Hände nutzen sich sehr schnell ab, bald hab ich keine Fingeranfrücke mehr und mein Rücken fühlt sich immer mehr verkrümmt an. Aber was soll der Kummer, ändern kann man eh nischt und ich bin jung und kann mein Rücken schinden. Die Äpfel und Birnen sind übrigens von de letzten Saison.

Morgen gehts zur Bank, da komm ich endlich mal an mein Geld ran, sehr positiv. Nach über einen Monat hab ich endlich mal meine funktionierende Karte in der Hand, Rekordzeit.

Die Deutsche Fraktion hat hier im Hostel schon gut aufgeholt, die Franzosen immernoc in überzahl, aber es wird. Ich kann zwar noch nicht alle Namen, aber die meisten schon und das soll was heisen. Vor kurzem kamen zwei Geschwister, der eine übt wahrscheinlich für einen Schnarchwettbewerb, jede Nacht.
Er hat gute Chancen.

Vorallem hab ich och kein Kängeru gesehen oder andere Australiatiere, nur solche nervigen Vögel.
Naja was erwarte ich auch, wenn ich nur in soner Halle rumrenne.
Ich hoffe es ändert sich bald etwas.
bis Bald!
Gruß an die heimat!

4 Kommentare:

  1. Hallo Friedrich, du schläfst jetzt sicher - und hoffentlich trotz Schnarcherei.
    Mit Vergnügen und auch Mitgefühl lesen wir deine Berichte und können auch öfter herzhaft lachen. Vielen Dank dafür. Ja, jetzt ist Durchhalten angesagt. Frage - kannst du dir nicht weiche Arbeitshandschuhe besorgen? Vielleicht wäre das eine Entlastung für deine Fingerkuppen.
    Bei uns ist typisches Novemberwetter, um so mehr freuen wir uns auf den Advent.
    Also - bei uns alles beim Alten.
    Dir fetten Segen und viele Grüße von Michi und Christian!

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  2. Hallo lieber Friedrich, da du nun zur Arbeiterklasse gehörst, sollst du auch gleich eine kleine Lektion aus der Historie des Proletariats mitbekommen. "Die Arbeit ist zunächst ein Proceß zwischen Mensch und Natur, ein Proceß, worin er seinen Stoffwechsel mit der Natur durch seine eigne That vermittelt, regelt und kontrolirt. Der Mensch tritt dem Naturstoff selbst als eine Naturmacht gegenüber. Die seiner Leiblichkeit angehörigen Naturkräfte, Arme und Beine, Kopf und Hand, setzt er in Bewegung, um sich den Naturstoff in einer für sein eigenes Leben brauchbaren Form anzueignen.Indem er durch diese Bewegung auf die Natur außer ihm wirkt und sie verändert, verändert er zugleich seine eigene Natur. Er entwickelt die in ihr schlummernden Potenzen und unterwirft das Spiel ihrer Kräfte seiner eigenen Botmäßigkeit. Wir haben es hier nicht mit den ersten thierartig instinktmäßigen Formen der Arbeit zu thun. Dem Zustand, worin der Arbeiter als Verkäufer seiner eignen Arbeitskraft auf dem Waarenmarkt auftritt, ist in urzeitlichen Hintergrund der Zustand entrückt, worin die menschliche Arbeit ihre erste instinktartige Form noch nicht abgestreift hatte. Wir unterstellen die Arbeit in einer Form, worin sie dem Menschen ausschließlich angehört. Eine Spinne verrichtet Operationen, die denen des Webers ähneln, und die Biene beschämt durch den Bau ihrer Wachszellen manchen menschlichen Baumeister. Was aber von vorn herein den schlechtesten Baumeister vor der besten Biene auszeichnet, ist, daß er die Zelle in seinem Kopf gebaut hat, bevor er sie in Wachs baut. Am Ende des Arbeitsprocesses kommt ein Resultat heraus, das beim Beginn desselben schon in der Vorstellung des Arbeiters, also schon ideell vorhanden war. Nicht, daß er nur eine Formveränderung des Natürlichen bewirkt, verwirklicht er im Natürlichen zugleich seinen Zweck, den er weiß, der die Art und Weise seines Thuns als Gesetz bestimmt und dem er seinen Willen unterordnen muß. Und diese Unterordnung ist kein vereinzelter Akt. Außer der Anstrengung der Organe, die arbeiten, ist der zweckgemäße Wille, der sich als Aufmerksamkeit äußert, für die ganze Dauer der Arbeit erheischt, und um so mehr, je weniger sie durch den eignen Inhalt und die Art und Weise ihrer Ausführung den Arbeiter mit sich fortreißt, je weniger er sie daher als Spiel seiner eignen körperlichen und geistigen Kräfte genießt (Arbeitsproceß und Verwerthungsproceß: Das Kapital, Karl Marx)."
    Wie du auch immer dein Schaffen deutest und interpretierst, ist die Unmittelbarkeit von Leistung und Lebenserhalt nun einmal im Dasein immanent. In der Hoffnung, dass du die Früchte deiner Arbeit auch einmal geniesen kannst, hier noch ein kleiner Sinnspruch: "Mit der Arbeit ist das so auf Erden, sie kann sehr leicht zum Laster werden. Du siehst die Blumen nicht, die duften, nein, du kennst nur arbeiten und schuften, so gehn sie hin die schönen Jahre, bis du liegest auf der Bahre, und hinter dir, da lacht der Tod: 'Kaputt gerammelt, du Idiot'."
    In geistiger Verbindung dein Vater

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  3. Hey Friedrich...ich hab Montag früh um 6 auch Probearbeiten bei Bumüllers Back. Das ist so ne Bäckerkette. Dann gehöre ich vllt auch bald zur Arbeiterklasse:)
    lg charlotte

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  4. Hallo Friedrich, hast du eine Postanschrift, dass wir dir mal ein kleines Päckchen schicken können? Oder ist das schwierig.
    Wir hoffen, dass es dir einigermaßen gut geht.
    Kannst mir mailen an michaela.mutschler@smd.org.
    Liebe Grüße von Michi und Christian!

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