Da bin ich wieder, ein ganzes Stück weiter unten...!
In Katherine konnten wir nach 4 Stunden und einer stolzen Rechnung endlich wieder unser Auto in Betrieb nehmen und gen Süden fahren. So näherten wir uns allmählich der Stadt in der Mitte, Alice Springs. Bis dahin begegnete uns nicht viel, außer ein paar ganz dünn besiedelte Gebiete und gaaaanz viel Nichts. Also konnten wir von nichts auf unseren eg aufgehalten werden und gelangten nach 3 Tagen in Alice Springs an. Dort blieben wir zwei Tage, es ist schon eine recht große Stadt, dafür dass sie im Nichts steht. Wir haben auch einen sehr coolen Pub gefunden, in dem wir das erste mal Kangaroo gegessen hatten (schmeckt fast wie Rind) und wo wir Abends immer für ein Bierchen einkehrten. Von Alice Springs machten wir uns dann auf zur großen Attraktion, dem Ayers Rock! Nach stolzen 400km kamen wir dann auch am großen Stein an. Wir sind mitten in der Nacht aufgestanden, um den Stein bei aufgehender Sonne zu beobachten, denn da erstrhlt er noch mehr in seiner rötlichen Pracht. Dannach entschieden wir uns für einen Rundweg um das Gerät, welcher stolze 10 km lang war. Eine Besteigung war an diesem Tag wegen zu starken Wind eh nicht erlaubt, sonst ist es jedem freigestellt, ob er gegen Willen der Aboriginals den Stein erklimmen möchte. Im Ganzen war die Sache aber nicht so aufregend, da es sich eigentlich nur um einen....großen Stein handelte. Die Olgas, die wir als nächstes anfuhren sahen schon etwas interessanter aus. Eine Formation von mehreren kleineren Steinen mit dazwischenliegenden grünen, idyllischen Tälern. Es blieb hierbei aber nur bei einer kurzen Wanderung zu einem Aussichtspunkt, da die Zeit drängte. Wir wollen nämlich den Uluru noch bei Sonnenuntergang zu Gesicht zu bekommen. In der tiefen Dunkelheit der Nacht fuhren wir langsam zum Rastplatz zurück, denn hier bei Dunkelheit zu fahren soll wegen den ganzen freilaufenden Tieren gefährlich sein (viele Straßenstücke sind mit Teil von Weiden). Am nächsten Tag ging es nach Kings Canyon. Dieser Nationalpark gefiel mir am besten von den drei im Nichts. Hier liefen wir auch einen schönen Wanderweg, beginnend mit einen anstrengenden Aufstieg, über die Gebirgszüge des Canyons, den sogenannten "Garden of Eden" und abschließend mit einem sanfteren abstieg zurück zum Auto. Uterwegs steßen wir auf ein UFO, welches sich als Ferngesteuertes Fluggerät mit Kamera, betrieben von wahrscheinlich zwei Studenten. Mit diesem Besuch konnten wir die Mitte abhaken, alle Hauptattraktionen gesehen. Sowurde ein neues Ziel definiert: Adelaide. Auf den Weg dorthin gibt es schon etwas mehr zu berichten als die sonstigen Strecken. In einer Nacht bekamen wir Besuch, von einem Dingo. Das erste mal hab ich ihn gehört und konnte ihn ein wenig von unseren Lager vertreiben, aber er kam wieder. Diesmal hatte er sich an unseren Essensvorräten reichlich bedient, es blieb nicht mal nur beim Essen, er nahm wahrscheinlich den ganzen Topf mit. Auf der Strecke besichtigten wir auch eine wunderschöne weite Landschaft mit kleinen Bergen namens Brakeaways. In dieser Gegend gibt es viele Opalvorkommen (Kristalle). Aufgrund dieser Tatsache sieht man entlang der Strecken zahlreiche aufgeschüttete Hügel, da jeder sein Glück versuchte und überall ein bisschen gebuddelt wurde. Cooper Pedy ist die Zentralstadt der Opalsuche, hier hatten sich alle Minenarbeiter angesiedelt. In der Stadt besuchten wir ein Museum und besichtigten das aus dem Film "Pitchblack" stammende Raumschiffwrack. Entlang der nächsten Strecke lagen viele Salzseen, in einem waren wir drinne, das Wasser langte aber nur noch bis zu unseren Fußknöcheln. Die Umgebung wurde immer grüner, am Himmel zeigten sich mal wieder Wolken und die Temperaturen sanken wieder auf Normalbereich. Wir erreichten Port Augusta, dem Gateway zum Outback. Auf einen Schlag waren wir wieder in der Zivilisation. So bekamen wir auch einen Schlag, als wir die Spritpreise gesehen hatten... es ist hier so billig, um die 1,30$, im Gegensatz zum Outback, wo es manchmal 2,40$ erreichte! Adelaide war nicht mehr weit und am nächsten Tag erreichten wir unser Ziel. Hier hieß es sich nun zu trennen, meine beiden Wessifreunde wollen weiter nach Melbourne fahren, ich war schon dort. Es war schon komisch, 3 Wochen 24 Stunden beieinander und jetzt gar nicht mehr.
Jetzt sitz ich hier in Adelaide und schmiede Pläne für die nächste Zeit. Die Reise durch das Outback verlief schneller und günstiger als ich dachte. Jedenfalls bleibe ich erstmal noch ein paar Tage hier in Adelaide.
Das wars für heute!
Es grüßt
Friedrich
Lieber Friedrich, es ist Sonntag Nachmittag und die Sonne scheint seit langem wieder einmal etwas wärmer. Bis jetzt hat der Frühling zwar Einzug gehalten, aber irgendwie ist das dieses Jahr sehr eigenartig. Die Blumen blühen nur ganz kurz. Schneeglöckchen 3 Tage und dann waren sie schon wieder verblüht. Habe jetzt von Jemanden gehört, dass wir gar nicht so einen tollen Sommer bekommen sollen. Bin ich zwar nicht böse drüber, denn im Sommer geht es mir immer gar nicht so gut. Meine 2 Stubentiger aalen sich allerdings auf dem Balkon und lassen sich denn Pelz bescheinen.
AntwortenLöschenLieber Friedrich, nicht schlecht habe ich geguckt, als ich vorige Woche eine Karte von Dir aus dem Briefkasten genommen habe- das war wie Weihnachten!!! Ich habe mich riesig darüber gefreut und möchte mich dafür ganz herzlich bedanken. Schon seit meinem 7 Lebensjahr sammle ich Ansichtskarten und ca. 20 000 zählen zu meiner Sammlung. Ganz sehr vergesse ich die Zeit, wenn ich darüber einmal sitze und sie nach Länder, Bundesländer oder Kantone sortiere. Das macht mir richtig viel Spaß, ganz besonders wenn ein paar Exoten dabei sind.
Dein letzter Bericht war wieder sehr interessant und ich bin schon auf den nächsten sehr gespannt. Was hattet Ihr denn leckeres zu Essen gekocht, als Euch die Dingos heimsuchten? Was Hunger alles so bewirken kann! Wusstest Du
eigentlich, dass in Australien die Bevölkerung seit 1985 um 3 Millionen gestiegen ist. Das ist eine ganz schöne Menge.
Am 26. April war nun die Verabschiedung der beiden Kollegen Rico und Marija Benzler. War eine würdige Verabschiedung. Jetzt kommt erst einmal nicht gleich wieder Jemand, der verabschiedet wird. Es sei denn, er verändert sich privat oder durch Krankheit. Den Vorruhestand gibt es ja nicht mehr.
Heute genieße ich noch den Sonntag und morgen habe ich offene Kirche, wo ich auch ab und zu einen Dienst schiebe. Das mache ich ganz gerne einmal, denn man kommt mit Leuten aus anderen Gegenden oder Ländern ins Gespräch und das sind meist ganz gute Gespräche. Auch erfährt man mitunter Dinge, die man noch nie gehört hat. So, lieber Friedrich, das soll es für heute gewesen sein, ich wünsche Dir einen guten Start in die neue Woche. Es ist einfach Wahnsinn, wie schnell die Zeit vergeht. Die kommende Woche ist ja Himmelfahrt und die darauffolgende Woche schon wieder Pfingsten.
Dir, lieber Friedrich alle guten Wünsche, bleib gesund und behütet, Gottes Segen, weiterhin gute Erlebnisse und herzliche Grüße aus der "Welthauptstadt" Marienberg von Brigitte Nochmals Danke für die Karte!