Da nutz ich mal die Gunst der Stunde und setz mich mal wieder hier ran.
In Cairns bin ich auf zwei andere deutsche Backpacker gestoßen, Jojo und David. Ein Tag später saßen wir alle in einem Auto in Richtung Nichts. Diese spontan zusammengefundene Traveller erwiesen sich als ein gut funktionierende Gespann. So haben wir bis jetzt schon ca. 4000km hinter uns gelegt, mit dem einen oder anderen Hindernis. Von Cairns ging es über die Tablelands bis nach Karumba, wo man angeblich einen schönen Sonnenuntergang über dem Meer beobachten kann. Von dort, der anderen Seite des Zipfels, fuhren wir nach Süden, um auf den Mainhighway weiter nach Osten vorstoßen zu können, denn der andere Weg veränderte sich in eine für unser Auto ungesunde nicht gut verträgliche Gravelroad. Hunderte Kilometer legten wir zurück, die Umgebung erstreckte sich immer weiter in endlose Weiten des Nichts. Am Anfang noch kleine Ansiedlungen begegneten wir später nur noch einsame Roadhouses, an denen gezwungen waren für extrem hohe Spritkosten unseren Tank zu füllen. nach einigen Tagen kamen wir Darwin näher, unser angestrebtes Zwischenziel. Zivilisation machte sich wieder bemerkbar. Unterwegs konnten wir doch noch einige nicht ganz so trostlose Naturerscheinungen besuchen. Highlight meines Erachtens waren die Wasserfälle am Katherine River. Dort hatten wir uns zu einem spontanen 3 tägigen Bushwalk entschlossen. Es war zwar noch alles sehr nass durch die Regenzeit, dafür aber auch leer, keine nervigen anderen Traveller. Die von den Wasserfällen gefüllten Becken boten sich als perfekte Badestellen an. Vorher hieß es aber das Wasser nach eventuellen Bewohnern zu durchsuchen (zb Kokos), schien alles leer gewesen zu sein. Mit schweren Herzen mussten wir uns von diesen Platz dann doch trennen. In Darwin angekommen gönnten wir uns mal eine Nacht im Hostel, nach den recht unbequemen Nächten im Auto oder Zelt. Die Stadt konnte uns "Naturburschen" nicht lange halten und wir verliesen Darwin wieder am nächsten Tag in Richtung Litchfield NP. Hier ging es auch gleich zum nächsten Gewässer, um das schwüle Klima ertragen zu können. Der eine Tag hatte völlig ausgereicht. Eigentlich wollten wir noch in den Kakadu NP, aber die meisten Straßen waren noch wegen Regenzeit geschlossen, darum haben wir uns das Eintrittsgeld gespart. Nach dem zahllosen umfahren Darwins geht es nun zielstrebig alice Springs entgegen. Doch das wäre ja zu einfach. Ein schon seit anfang an störendes Geräusch vom vorderen linken Rad, welches sich auf den letzten Kilometern deutlich verstärkt hat, hat uns dazu bewegt eine Werkstatt aufzusuchen. Nun sitzen wir hier in Katherine, warten bis die völlig zerstörte Bremsscheibe ausgetauscht ist und wir unsere Reise wieder fortsetzen können.
Die wilde "Dreizehn ohne zehn"
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