Donnerstag, 3. Januar 2013

Neujahrsbotschaft

Da wünsche ich euch noch ein frohes neues Jahr. Erfreut euch an der noch nicht untergegangenen Welt, mit all ihren Vorzügen. Enjoy it!
Ich hab auch noch einiges zu berichten, was so in dieser ereignisreichen Zeit alles so passier ist.
Aufgehört hatte ich in Port Campbell. Dort hatte ich zwei Nächte verbracht, man trifft an manchen Orten die seltsamsten Leute, das kann man sich gar nicht vorstellen. Eine bunte Truppe war mit in meinem Zimmer, die waren sogar mir zu verrückt... Nach der zweiten Nacht musste ich aber weiter. Wieder auf zur Straße und auf freundliche Mitmenschen hoffen. Es hatte gar nicht lange gedauert und ein Australier hielt und hatte mich bis zum Hostel gefahren, sehr nett. Es war keine weite Strecke. Und so war ich im nu in Warrnambool, eine schöne Stadt am Meer. Hierher würde ich gerne wiederkommen. So verweilte ich auch hier zwei Nächte, hab mir endlich "The Hobbit" reingezogen, hab die Umgebung erkundet und war endlich mal im Meer baden, herrlich wars. Aber nach zwei Nächten hat es mich hier auch wieder weggezogen. Es musste weitergehen. Und so ging es wieder auf die Straße, öffentliche Verkehrsmittel waren für mich gar keine Überlegung mehr wert. Doch an dem Tag war mir die Gunst der Autofahrer nicht zu sehr zugewandt. So musste eine Steigerung her, ein Schild, vielleicht fühlt sich da der eine oder andere mehr angesprochen. Nun stand der arme Junge mit seinen Schild am Straßenrand, voller Hoffnung auf die Barmherzigkeit seiner Mitmenschen. Und was ereignete sich? Ein Truck kommt vorbeigerast, hupt und schafft es dann nach einigen hundert Metern anzuhalten. So hatte ich meine erste Fahrt mit einem Truck. Und jetzt weis ich wirklich, was "King of the Road" bedeutet. Auch dieser Australier hat sich als sehr freundlicher Mitmensch herausgestellt. Nach einer guten Unterhaltung und meiner Erzählung meiner missligen Lage, dass ich keine Unterkunft habe (außer der Park), bot er mir an mit ihm und seiner Familie zelten zu gehen, sogar die weiterfahrt wäre geklärt. Wie könnte man so ein Angebot ablehnen. So hatte ich eine Unterkunft für die Nacht, aber nicht nur das, auch eine gute Gesellschaft, ein leckeres Abendbrot und genügend Durstlöscher. Es war die Nacht vor Silvester, ok... 2 Nächte hintereinander geht noch. So kam ich dann am nächsten Tag recht zeitig in Melbourne an, nach 3 weiteren Mitfahrgelegenheiten. Obwohl ich ziemlich gezweifelt habe, als mich einer mitten auf der Highway rauslies... Silvester war dann in Gesellschaft mit guten "alten" Freunden. So hatte ich wieder eine kostenlose Unterkunft. Aber ich war von Melbourne enttäuscht, gut wir waren auch ohne großen Plan kurz vor Mitternacht in der City angekommen, aber von Feuerwerk kann man da nicht reden. Eigentlich auch Alkoholverbot, überall Polizei... Nach einigen Clubs, spontanen Trip an den Strand kamen wir dann so gegen 7 morgens wieder am Haus an, wo uns dann ein fremder Hund im Haus begrüßte. So hatten wir noch eine lustige Jagd durchs ganze Haus, eh wir den aggresiven Hund dann doch aus dem Haus hatten. Ein Silvester nicht zu vergessen. Nach diesen Abenteuern muss es aber mal wieder zur Arbeit gehen. So bin ich gestern mit dem Zug, mal wieder, nach Sale gefahren und von dort war es nicht mehr weit. Da war trampen mal wieder angesagt. Etliche Autofahrer fahren an einem vorbei, aber mich fährt eine Familie zu meinem Ziel, die eigentlich gerade von dort kommt. Also sind sie für mich nochmal dorthin gefahren, es gibt wirklich unbeschreiblich nette Leute hier. Nun bin ich hier, im Hostel von Maffra. Hier hoffe ich auf einen guten Job, dass wieder Kohle reinkommt.
Das wars jetzt fürs erste. Der Post ist recht lang geworden...sehr ungewöhnlich.
Und ihr könnt auch gerne Kommentare schreiben, ich würde mich sehr über Resonanz meiner Leser freuen.

4 Kommentare:

  1. Hey großer,
    wie du bestimmt schon von dr Frances gehört hast waren wir auch schon beim "Hobbit" ... klasse Film. Hast du auf Englisch überhaupt was verstanden? Ich hätte da wahrscheinlich mit Ohropax dagesessen und mir nur die Bilder angeschaut... aber egal. Anscheinend ist dir das trampen sehr ans Herz gewachsen. Man müsste das mal in Deutschland probiern sich auf eine Landstraße stellen mit einem Schild und hoffen das jemand anhält ich glaube da würde sich keiner erbarmen einen mitzunehmen. Da sind die Australier schon sehr offen.

    grüße aus Deutschland
    Ferdi

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  2. Hallq, lieber Friedriich, die ersten Schritte im neuen Jahr liegen nun schon hinter Dir und Du hast dabei hoffentlich den richtigen Weg für die nächste Zeit gefunden. Danke für Deinen ausführlichen Neujahrsbericht. Alles Liebe und Gute!
    Oma und Opa

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  3. Lieber Friedrich, schön, wieder von dir zu hören. Auch dir für das neue Jahr viel Segen und Bewahrung auf deiner Abenteuerreise.
    Du hast dich hoffentlich von der Hitzewelle entfernt - Kilometermäßig. Bei uns ist auch eher Frühlung als Winter.
    Sag mal, hast du auf deinem Trip vielleicht Marius Brinschwitz aus Marburg getroffen? Der ist auch bei euch unterwegs - nur so eine Frage, weil wir mit seinem Vater im CT geredet haben.
    Also - dir Bewahrung und gods blessing.
    Michi und Christian

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  4. "Ohne Hinauszugehen, kannst Du die ganze Welt verstehen.
    Ohne aus dem Fenster zu schauen, kannst Du das Wirken des Himmels sehen.
    Je weiter Du wanderst, desto weniger weißt Du." Laotse, Tao Te King

    Ja lieber Friedrich, du bist nun aus deinem Arbeiterdasein zum Vagabunden geworden. Oft beginnen die ersten Reisen ohne Weisheit, mit wenig Informationen und noch weniger Lebenserfahrung. Du hast deine erste große Fahrt gestartet. Der Schatz wird in der Ferne gesucht, außerhalb der eigenen Haut. Nicht Wenige haben dabei in seltenen Substanzen geforscht, um die Welt zu erobern.
    Fernreisen, unstetes Umherirren, verirren und die ständige Unklarheit: wo geht's denn hin und wo gibt's was zu erkennen?
    Am Ende kommt die ernüchternde Einsicht: Ob Amazonas oder Elbe, es ist doch überall das Selbe! Und die Probleme kannst du nicht abschütteln. Die sind im Gepäck.
    Und später, "settled" aber immer noch nicht "grounded", stellen wir fest, dass Ehe, Familie und Beruf wirklich auch nichts anderes bedeuten, als unterwegs zu sein in dem Dschungel von Beziehungs- und Interessenverflechtungen und wieder stellt sich heraus: wer sein Glück draußen sucht, (also mit Kontinenten, Material, Personen verknüpft) muss erfahren, dass es dort nichts gibt, was die Lebenswünsche wirklich auf Dauer erfüllen könnte.
    Weder in Kaschmir, Australien, Erzgebirge, noch mit Top Qualifikationen, nicht als Lehrer, Therapeut oder Elektronikexperte, wird das Glück mal eben präsentiert und erst recht nicht auf Dauer erhalten.
    Wer sich nach der ganzen Suche die Zeit nimmt und die verschiedenen Versuchsanordnungen und Irrtümer genau betrachtet, trifft auf verblüffende und interessante Ähnlichkeiten, denen auf den Grund zu gehen sich besonders lohnt, um Grundsätzlichkeiten herauszufinden, in Bezug auf innere und äußere Wegsuche.
    Fortsetzung folgt - Gruß Erni

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